bAV-Rechner
Die betriebliche Altersvorsorge ist das deutsche Pendant zum arbeitgeberfinanzierten Rentenplan — mit einem entscheidenden Unterschied: Ein großer Teil wird nicht vom Arbeitgeber bezahlt, sondern aus Ihrem eigenen Bruttogehalt umgewandelt. Und am Ende hält die Krankenkasse die Hand auf.
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Entgeltumwandlung: Ihr Geld, steuerlich begünstigt
Bei der Entgeltumwandlung verzichten Sie auf einen Teil des Bruttogehalts, der stattdessen in einen Versorgungsvertrag fließt. Bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sind sozialabgabenfrei, weitere vier Prozent zusätzlich steuerfrei.
Auf jeden umgewandelten Euro sparen Sie also Lohnsteuer und Sozialabgaben. Netto kostet Sie ein Beitrag von 200 Euro oft nur etwa 100 Euro — das ist der eigentliche Hebel.
Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Der Arbeitgeber muss sie anbieten, wenn Sie sie verlangen.
Der Pflichtzuschuss von 15 Prozent
Weil der Arbeitgeber durch die Umwandlung ebenfalls Sozialabgaben spart, muss er 15 Prozent des umgewandelten Betrags als Zuschuss weitergeben — für Neuverträge seit 2019 und für alle Bestandsverträge seit 2022.
Fragen Sie nach, ob Ihr Arbeitgeber mehr gibt. Viele Unternehmen zahlen 20, 30 oder 50 Prozent Zuschuss oder eine rein arbeitgeberfinanzierte Zusage. Das ist echtes Gehalt, das in Gehaltsverhandlungen fast nie zur Sprache kommt — und für den Arbeitgeber günstiger ist als eine entsprechende Lohnerhöhung.
Doppelverbeitragung: der große Haken
Dies ist der Punkt, an dem sich die deutsche bAV grundlegend von auslaendischen Modellen unterscheidet. Auf die spätere Betriebsrente zahlen gesetzlich Krankenversicherte den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung — also auch den Anteil, den sonst der Arbeitgeber trägt.
Es gibt einen Freibetrag, bis zu dem keine Krankenversicherungsbeiträge anfallen; für die Pflegeversicherung gilt weiterhin eine Freigrenze. Oberhalb dieser Grenzen gehen rund 20 Prozent der Betriebsrente an die Sozialversicherung, zusätzlich zur vollen Besteuerung.
Rechnen Sie das ein. Eine bAV kann sich lohnen — aber nur, wenn Zuschuss und Steuerersparnis größer sind als die spätere Belastung. Ohne nennenswerten Arbeitgeberzuschuss und bei niedrigem Grenzsteuersatz ist das keineswegs sicher.
Auswirkung auf die gesetzliche Rente
Weil die Entgeltumwandlung das sozialversicherungspflichtige Bruttoeinkommen senkt, zahlen Sie auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein — und erwerben entsprechend weniger Entgeltpunkte. Der Effekt ist klein, aber er existiert und wird in Beratungsgesprächen selten erwähnt.
Die fünf Durchführungswege
Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage. Für Arbeitnehmer ist meist die Direktversicherung relevant — und dort entscheidet die Produktqualität: Ein Vertrag mit hohen Abschlusskosten und niedriger Aktienquote liefert über dreissig Jahre ein schwaches Ergebnis, egal wie gut die Steuerlogik ist.
Beim Jobwechsel
Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften verfallen nicht mehr, sobald die gesetzliche Unverfallbarkeitsfrist erfüllt ist; selbst finanzierte Beiträge sind sofort unverfallbar. Sie können den Vertrag privat weiterführen, ruhen lassen oder das Kapital übertragen — letzteres ist zwischen Direktversicherungen am einfachsten.
Ruhende Verträge bei früheren Arbeitgebern sind der häufigste Ort, an dem Altersvorsorge in Vergessenheit gerät. Verschaffen Sie sich einmalig einen Überblick, welche Verträge auf Ihren Namen laufen.
Häufige Fragen
Muss mein Arbeitgeber etwas dazugeben?
Ja, mindestens 15 Prozent des umgewandelten Betrags, weil er selbst Sozialabgaben spart. Viele Unternehmen zahlen freiwillig deutlich mehr.
Was ist die Doppelverbeitragung?
Auf die spätere Betriebsrente zahlen gesetzlich Krankenversicherte den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag, oberhalb eines Freibetrags. Das sind rund 20 Prozent zusätzlich zur Steuer.
Mindert die Entgeltumwandlung meine gesetzliche Rente?
Ja, geringfügig, weil das sozialversicherungspflichtige Brutto sinkt und weniger Entgeltpunkte entstehen.
Was passiert beim Jobwechsel?
Selbst finanzierte Beiträge sind sofort unverfallbar. Der Vertrag kann privat weitergeführt, ruhend gestellt oder das Kapital übertragen werden.