Rürup-Rente-Rechner
Die Basisrente, meist Rürup-Rente genannt, ist das deutsche Gegenstück zu einer steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge: Abzug beim Einzahlen, Besteuerung beim Auszahlen. Der Preis dafür ist eine Härte, die es sonst kaum gibt — das Geld ist unwiderruflich gebunden.
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Formel
Voller Sonderausgabenabzug
Beiträge zur Basisrente sind seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgaben abziehbar, bis zu einem Höchstbetrag, der an den Beitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt ist und jährlich steigt. Für Angestellte werden die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung auf diesen Höchstbetrag angerechnet.
Die Ersparnis entspricht Ihrem Grenzsteuersatz. Bei 42 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag bleiben von 10.000 Euro Beitrag gut 4.200 Euro Steuerersparnis — im Jahr der Einzahlung.
Genau deshalb ist die Basisrente in erster Linie ein Produkt für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung und für Gutverdiener im Spitzensteuersatz. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent ist der Vorteil deutlich kleiner — und die Nachteile bleiben dieselben.
Die Nachteile sind erheblich
Das Kapital ist nicht kapitalisierbar: Es gibt keine Einmalauszahlung, nur eine lebenslange Rente ab frühestens 62. Es ist nicht kündbar, nicht übertragbar, nicht beleihbar und nicht vererbbar — außer über eine kostenpflichtige Hinterbliebenenabsicherung, die Sie ausdrücklich vereinbaren müssen.
Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen, aber das eingezahlte Geld kommt nie wieder heraus, bevor Sie in Rente gehen. Wer mit 35 einzahlt, trifft eine Entscheidung für knapp drei Jahrzehnte.
Ein Vorteil dieser Härte: Basisrentenvermögen ist in der Ansparphase weitgehend pfändungssicher und wird beim Bezug von Bürgergeld nicht als verwertbares Vermögen angerechnet. Für Selbstständige ist das ein realer Schutz.
Nachgelagerte Besteuerung
Die spätere Rente wird als sonstige Einkünfte versteuert. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und steigt schrittweise auf 100 Prozent. Der Anstieg wurde gesetzlich verlangsamt, sodass die volle Besteuerung erst deutlich später erreicht wird als ursprünglich vorgesehen.
Der Vorteil bleibt: Im Erwerbsleben sparen Sie zum Grenzsteuersatz, im Ruhestand zahlen Sie meist zu einem niedrigeren Durchschnittssatz. Wer allerdings im Alter hohe Einkünfte aus Mieten, Betriebsrenten und Kapitalerträgen hat, verliert einen Teil dieses Effekts.
Riester ist etwas anderes
Die Riester-Rente arbeitet nicht über den Steuerabzug, sondern über Zulagen: eine Grundzulage und eine deutlich höhere Kinderzulage je Kind. Wer vier Prozent des Vorjahresbruttos einzahlt, erhält die volle Förderung.
Damit ist Riester vor allem für Familien mit mehreren Kindern und mittleren Einkommen attraktiv — also fast spiegelbildlich zur Basisrente. Die Riester-Förderung wird seit Jahren politisch überarbeitet; prüfen Sie die geltenden Regeln, bevor Sie abschließen.
Auf die Kosten achten
Basisrenten werden häufig als Versicherungsprodukte mit Abschluss- und Verwaltungskosten verkauft, die einen erheblichen Teil der Steuerersparnis aufzehren. Es gibt fondsgebundene Nettotarife ohne Abschlussprovision, die deutlich günstiger sind.
Vergleichen Sie die Effektivkosten, nicht nur die garantierte Rente. Ein Produkt mit 1,8 Prozent Effektivkosten über dreissig Jahre kostet mehr, als der Sonderausgabenabzug jemals eingebracht hat.
Die Reihenfolge, die meist stimmt
Notgroschen von drei Monatsausgaben zuerst. Dann teure Schulden tilgen. Dann die betriebliche Altersvorsorge, wenn der Arbeitgeber zuschießt. Danach ein breit gestreutes ETF-Depot für Flexibilität. Die Basisrente kommt erst, wenn der Grenzsteuersatz hoch ist und Sie sicher sind, dass Sie das Geld vor der Rente nicht brauchen.
Häufige Fragen
Wie viel kann ich absetzen?
Beiträge zur Basisrente sind zu 100 Prozent als Sonderausgaben abziehbar, bis zu einem jährlich steigenden Höchstbetrag. Bei Angestellten werden die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet.
Komme ich vorher an das Geld?
Nein. Es gibt keine Kündigung, keine Einmalauszahlung und keine Übertragung. Möglich ist nur die Beitragsfreistellung; ausgezahlt wird ausschließlich als lebenslange Rente.
Für wen lohnt sich die Basisrente?
Vor allem für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung und für Gutverdiener im Spitzensteuersatz. Bei niedrigem Grenzsteuersatz ist der Vorteil klein, die Bindung aber dieselbe.
Basisrente oder Riester?
Basisrente wirkt über den Steuerabzug und passt zu hohen Einkommen. Riester wirkt über Zulagen und passt zu Familien mit Kindern und mittleren Einkommen.